Den Begriff Kunstnägel hört man sehr häufig im Zusammenhang mit dem Thema Beauty. Zunächst kommen einem dabei natürlich sofort die typischen aufgeklebten Fingernägel in den Sinn, die es in allen Farben, Längen, Formen und sonstigen Variationen käuflich zu erwerben gibt. Allerdings gibt es noch weitaus mehr Varianten der Kunstnägel, die ebenfalls unter diesen Begriff fallen und daher oft synonym verwendet werden.

Vom Begriffsverständnis ist künstlich nämlich all das, was nicht natürlich ist. Ein Nagel ist demnach dann künstlich, wenn er durch bestimmte Produkte aufgebaut wurde. Somit fallen auch durch Gel, Acryl oder Fiberglas verstärkte Fingernägel darunter. Bei der häufig in diesem Zusammenhang gestellten Frage „Sind Kunstnägel gesundheitsschädlich?“, mit der wir uns weiter unten befassen, kommt es daher natürlich immer auf die jeweils gewählte Methode an. Doch wie sehen diese einzelnen Methoden aus? Mit welchen Kosten muss man auf Dauer rechnen? Und vor allem: Welche Variante ist die beste? Diesen Fragen wollen wir nachfolgend ein wenig auf den Grund gehen.

Kunstnägel selber machen – die Methoden

Wie bereits angesprochen sind die Variationen der Kunstnägel vielfältig. Am beliebtesten sind Kunstnägel zum Aufkleben einerseits und durch UV-Gele, Acrylpulver oder Fiberglasstreifen verstärkte oder aufgebaute Nägel andererseits. Diese beiden Blöcke sind auch vom Grundsatz her verschieden, da sie sich insbesondere in ihren Auswirkungen auf die natürlichen Fingernägel, im puncto Verarbeitungsaufwand und auch in der Optik enorm unterscheiden.

KunstnägelDie Klebemethode

Die Klebemethode ist eigentlich selbsterklärend: Die regelmäßig zu einem Großteil aus Acryl bestehenden Kunstnägel werden bereits vorgefertigt gekauft und müssen anschließend mit einer Schere oder einem Tipcutter auf die eigenen Nägel angepasst werden. Danach werden sie mittels gleichmäßig auf dem Nagel verteilten Nagelkleber auf dem Nagel befestigt. Dabei sollte man insbesondere beim Klebemittel auf hochwertige Produkte Wert legen. Die UV-Gelmethode ist dagegen etwas komplexer. Hier werden mehrere Schichten Gel auf dem Nagel aufgetragen und jeweils separat unter einem speziellen UV-Gerät ausgehärtet. Das erfordert eine spezielle Vorbereitung der Naturfingernägel und auch ein wenig Geschickt plus passendes Equipment.

Die Acrylmethode

Bei der Acrylmethode wiederum wird Liquid mit Acrylpulver verbunden und so der Nagel aufgebaut, wobei hier regelmäßig eine Lufttrocknung erfolgt. Bei der – zugegeben etwas in die Jahre gekommenen – Fiberglasmethode schließlich, werden in das Spezialgel kleine Fiberglasstreifen in die Schichten eingearbeitet, was zu einem besonders stabilen Aufbau führt. Allerdings gibt es mittlerweile auch Fiberglasgele, die den Prozess erheblich erleichtern und trotzdem den Vorteil der besonderen Stabilität haben. Details zu den einzelnen Methoden können Sie auch auf unserer Seite in den entsprechenden Artikeln nachlesen.

Verschiedene Methoden, unterschiedliche Kosten

Auch bei der Frage der Kosten der Kunstnägel kommt es maßgeblich auf die bevorzugte Methode an. Kunstnägel zum Aufkleben sind dabei die wohl günstigste Wahl. Obwohl der Betrag je nach Design und Marke stark variiert, ist im Schnitt mit ca. 10 Euro pro Set zu rechnen. Hochwertiger Kleber kostet ebenfalls um die 10 Euro, reicht aber regelmäßig für mehrere Anwendungen. Einzukalkulieren ist dabei aber die im Vergleich zu den anderen Methoden geringere Haltbarkeit. Von einer Wiederverwendung der Nägel sollte man Abstand nehmen, da die Klebereste nur selten vollständig entfernt werden können und bei erneutem Aufkleben dadurch Luftzwischenräume entstehen, die die Haftung stark vermindern.

Die Aufbaumethoden gleichen sich in den Kosten. Dabei kommt es aber enorm darauf an, ob man selbst zum Nageldesigner wird oder dafür das Nagelstudio des Vertrauens besucht. Die professionelle Modellage im Studio schlägt mit etwa 60 Euro zu Buche, für das nach etwa 3 bis 4 Wochen notwendige Auffüllen um die 30 Euro. Selber machen ist dagegen weitaus günstiger: Hier kosten ein Starter-Set etwa 40 Euro, wobei Zubehör, das nur einmalig zu erwerben ist, bereits enthalten ist. Die Gele oder Pulver kosten im Schnitt um die 5 bis 10 Euro, halten aber für mehrere Anwendungen. Die montalichen Kosten belaufen sich hier geschätzt im Schnitt auf 10 Euro, was natürlich variiert, wenn man bestimmte Farbdesigns oder Nail-Art bevorzugt.

Kunstnägel: Welche sind richtig für mich?

KunstnägelKunstnägel zum Aufkleben sind grundsätzlich eine tolle Sache, da sie schon für wenig Geld zu haben sind und auch sehr schnell angebracht werden können. Zudem ist der Kunstnagel an sich sehr stabil. Allerdings haben sie die beiden maßgeblichen Nachteile der Haltbarkeit und der Schädigung des Naturnagels. Selbst bei sehr sorgfältig aufgetragenem und hochwertigem Klebstoff lösen sich die Kunstnägel doch relativ schnell oder wackeln. Häufiger Kontakt mit Wasser, Lösungsmitteln oder größere Beanspruchung der Nägel beschleunigen diesen Prozess. Im Übrigen gelangt bei dieser, wie auch bei allen andern vorgestellten Methoden, kein oder nicht genug Sauerstoff an die eigenen Nägel, welchen sie für das Wachstum brauchen. Das weitaus größere Probleme ist der Kleber jedoch bei Entfernung der Kunstnägel. Sitzt der Kleber an einzelnen Nägeln zu fest, lassen sich die Kunstnägel nur durch Gewalt (was absolut nicht zu empfehlen ist!) oder durch aufwendige Kleinarbeit mit Lösungsmitteln lösen.

Aber auch danach verbleiben regelmäßig unschöne Klebereste, die nur durch Chemikalien wie stark aceton- oder im Extremfall sogar terpentinhaltige Lösemittel entfernt werden können. Das schädigt selbst den stärksten Naturnagel. Bei den Aufbaumethoden kommt es dagegen auf die alltägliche Belastung und individuelle Vorlieben in der Optik an. Der Gelaufbau ist etwas dicker und wirkt dadurch etwas weniger natürlich wie das dünnere auftragbare Acryl. Die Nägel sind dadurch aber auch flexibler und nicht so hart wie bei Acryl oder Fiberglas-Inlays. In der Haltbarkeit unterschieden sich diese drei Aufbaumethoden kaum, da sie alle maßgeblich mit dem Wachstum des Naturnagels zusammenhängen. Nach etwa vier Wochen werden daher in der Regel Ausbesserungen oder Auffüllungen notwendig, um die Optik aufrechtzuerhalten.

Fazit: Aufgeklebte Kunstnägel sind eigentlich nur etwas für spezielle Anlässe, eigenen sich aber nicht wirklich für das dauerhafte Tragen. Bei den anderen Methoden kommt es auf individuelle Vorlieben an.

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