Nagelgel ist ein sehr weiter Begriff und wird daher allgemein für die verschiedensten Varianten von Produkten im Bereich der Nagelmodellage verwendet. Doch nicht jedes Nagelgel ist gleich. Vielmehr gibt es eine Reihe von Varianten, die alle verschiedene Vor- und Nachteile in Benutzung, Haltbarkeit und optischem Ergebnis haben. Nachfolgend wollen wir Ihnen die wichtigsten Unterschiede vorstellen und Ihnen so helfen, das richtige Nagelgel für Ihren eigenen Gebrauch zu finden.

Die drei Hauptarten von Nagelgel

Zunächst kann man die Gelnägel in drei Hauptarten unterteilen: Fiberglas-, Acryl- und UV-Gel. Diese strikte Unterteilung verschwimmt aber langsam mehr und mehr, da die Hersteller von Nailart-Produkten vermehrt dazu übergehen, Bestandteile zu vermischen und die verschiedenen Vorteile in einem Nagelgel zu kombinieren. Dadurch soll es dem Anwender erleichtert werden, seine Gelnägel selber machen zu können.

Nagelgel aus Acrylpulver

NagelgelDer Begriff Acryl-Gel hat sich zwar mittlerweile durchaus eingebürgert, ist aber etwas verwirrend, da es sich hierbei nicht wirklich um ein Nagelgel handelt, wie man es darunter verstehen könnte. Bei der Acrylmethode wird vielmehr Acrylpulver mit einem Acryl-Liquid vom Anwender vermischt und so auf den Nägeln verarbeitet. Echtes Acrylgel aus den handelsüblichen kleinen Dosen, wie man sie von Nagelgelen kennt, gibt es dagegen nicht, da dies mit der Verarbeitungsmethode und dem Härtungsprozess auch gar nicht zu vereinbaren wäre: Durch die Vermischung des Pulvers mit dem flüssigen Liquid entsteht nämlich ein Nagelgel, das innerhalb von etwa 5 Minuten an der Luft trocknet.
Die Acryl-Methode eignet sich sowohl zur bloßen Naturnagelverstärkung, als auch zur Nagelverlängerung mit Tips oder Schablonen. Sie hat den Vorteil, dass keine zusätzliche Ausstattung wie ein UV-Lichthärtungsgerät benötigt wird und die Modellage auch etwas stabiler und widerstandsfähiger ist, als bei den UV-Gelen. Auch wird dem Acrylpulver unter Experten teilweise eine bessere Haftung auf dem Naturnagel nachgesagt. Demgegenüber gestaltet sich aber die Verarbeitung etwas schwieriger: Durch die Lufttrocknung ist schnelles und präzises Arbeiten gefragt. Außerdem ist man im Bereich des Nageldesigns etwas eingeschränkter, da für Farbgebung und Muster jeweils neues Pulver angemischt werden muss. Viele Nageldesigner kombinieren daher die Gel- mit der Acrylmethode und nutzen letztere nur für die Grundierung und/oder Verlängerung des Nagels.

Nagelgel in Form von UV-Gelen

Während Acryl selbsthärtend ist, „trocknet“ das UV-Gel – wie der Name schon vermuten lässt – lediglich unter UV-Licht, sodass man ein spezielles Lichthärtungsgerät dafür benötigt.
Im Gegensatz zu Acryl ist dieses Nagelgel und daher auch die Modellage selbst etwas weicher. Dafür ist aber auch die Verarbeitung leichter, da es komfortabler aufgetragen werden kann und sich regelmäßig selbst glatt zieht. Das erleichtert das Nachfeilen und Buffern. Zudem ist hier die Produktpalette wesentlich größer: UV-härtende Nagelgele gibt es in allen Farben des Regenbogens und mit vielen verschiedenen optischen Effekten.

Fiberglas im Nagelgel

Fiberglas

Die ursprüngliche und schon etwas ältere Fiberglasmethode ist eine Verbindung aus Kunststoff und Glasfasern, die hauptsächlich der Isolierung und Verstärkung dient. Im Bereich des Nageldesigns kommt Fiberglas in dünnen Textilstreifen als Alternative zu UV-Gel und Acrylpulver in Betracht. Bei dieser sogenannten Fiberglas-Technik werden die feinen, zurechtgeschnittenen Gewebestreifen mithilfe von Resin-Kleber auf den Nägeln befestigt und diese dadurch verlängert und verstärkt. Diese Methode war früher herrschend, kommt allerdings heute kaum noch zur Anwendung, da die Arbeit mit Gel und Acryl wesentlich einfacher ist. Allerdings kommen die Fiberglas-Streifen auch heute noch in Kombination mit den moderneren Techniken zum Einsatz, wenn es darum geht, Risse im Naturnagel zu reparieren. Hier wird der Kunststoff dann in die Modellage mit Gel oder Acryl eingearbeitet, um die Stabilität wiederherzustellen.

Fiberglasgel

Fiberglasgele werden mittlerweile als eine besondere Variante der UV-Gele vertrieben, die mit kleinen Fiberglaspartikeln gespickt sind. Sie sind eine Verbindung aus UV-Gel und eingearbeiteten Fiberglaspartikeln, die die Vorteile der Gel- und Fiberglas-Technik vereinen – nämlich eine sehr hohe Stabilität und Haltbarkeit – mit einer einfachen Anwendung. Daher eignet sich diese Variante Nagelgel vor allem als Grundierungs- und Aufbaugel. Gerne wird es auch für besonders dünne Modellagen verwendet, da es trotz dem Faktor, dass nur eine dünne Schicht aufgetragen wird, dennoch eine sehr hohe Widerstandskraft erreicht wird. Die Aushärtung erfolgt durch die Bestrahlung mit UV-Licht unter einem entsprechenden Härtungsgerät . Durch seine spezielle Viskosität kann eine besonders dünne Modellage kreiert werden, die deshalb sehr natürlich wirkt. Die unsichtbaren Fiberglaspartikel verleihen dabei trotz dünnem Auftragen eine enorme Stabilität. Da Fiberglasgel als Aufbaugel fungiert, bleibt die Verwendung eines Primers als Haftvermittler und eines Versiegelungsgels nötig.

Tipp: Die meisten Gel-Arten sind in nahezu jedem Gelnägel-Set enthalten!

Nagelgel nach Einsatzmöglichkeiten

Die Nagelmodellage vollzieht sich regelmäßig in drei Phasen: Naturnägel grundieren, Modellage mit Gelschichten aufbauen und schließlich das Ganze – gerne auf Hochglanz – versiegeln. Das jeweils in den verschiedenen Phasen verwendete Nagelgel, sollte daher am besten auch der Funktion der unterschiedlichen Schichten entsprechen.

Gel für Nägel

Grundieren

Grundierungsgele sorgen für eine optimale Verbindung zwischen Naturnagel und Modellage

Das Grundierungsgel wird nur in einer dünnen Schicht auf den Naturnagel aufgetragen und soll eine optimale Haftung der Modellage gewährleisten. Die zusätzliche Benutzung eines Primers ist daher nicht notwendig. Es ist in der Regel dünnviskos und gewährleistet eine längere Haltbarkeit.

Aufbauen

Aufbaugele sind der Kern der Nagelmodellage

Aufbaugele machen die eigentliche Modellage aus, da durch sie die Nagel je nach Belieben verstärkt und verlängert werden. Es wird regelmäßig in mehrere Schichten aufgetragen um die Nägel stabiler zu machen. Dieses spezielle Nagelgel ist meist dickviskos und zieht sich selbstständig bis zu den Nagelrändern glatt. Die meisten setzen hier auf roséfarbene Aufbaugele, da diese die natürliche Optik der Fingernägel am besten zur Geltung bringen.

Versiegeln

Versiegelungsgel rundet das Ergebnis ab

Versiegelungsgele werden nach dem Aushärten des Aufbaugels in einer dünnen Schicht auf den Nagel aufgetragen, um kleinste Unebenheiten auszugleichen und der Modellage einen natürlichen Glanz zu geben. Diese Variante Nagelgel ist regelmäßig dünnviskos und erspart einige Arbeit der der Nagelpolitur.

1-Phasen-Gele oder All-in-One-Gele

Sogenannte 1-Phasen-Gele oder All-in-One-Gele sind solche Gele, die in jeder Phase benutzt werden können, sodass man eben nur ein Nagelgel für alles Nutzen kann. Sie enthalten sozusagen einen Kompromiss zwischen den zuvor genannten spezielleren Gelen, sind daher aber auch nicht so optimal geeignet wie diese. Sie haften dementsprechend auch regelmäßig nicht so gut wie ein Grundiergel auf dem Naturnagel, sodass an dieser Stelle zumindest die Verwendung eines Primers empfohlen wird.

Wem diese Informationen noch nicht reichen, oder wer Angst davor hat, beim Gelnägel entfernen zu scheitern, der findet auf unserer Seite zahlreiche weitere Informationen zu diesen Themen!

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